Eine Reliquie des heiligen Kreuzes war namensgebend für das sakrale Zentrum des Wienerwalds. Gelegen an der Via Sacra, dem alten Pilgerweg von Wien nach Mariazell, wurde das Zisterzienserstift vom babenbergischen Markgrafen Leopold III. im Jahre 1133 gegründet und besteht seither ohne Unterbrechung. Architektonisch geprägt durch die Harmonie der mittelalterlichen Baustile von Romanik und Gotik, ergänzen die Hofanlagen aus der Barockzeit das Ensemble. Beeindruckend ist der Josefsbrunnen im Stiftshof, ein Werk Giovanni Giulianis, des ersten Lehrers Raffael Donners.
Das ehemalige Jagdschloss Kronprinz Rudolfs sollten Sie unbedingt besuchen. Traurige Berühmtheit erlangte Mayerling durch den tragischen Tod von Kronprinz Rudolph und seiner Geliebten Mary Freiin von Vetsera am 30. Jänner 1889. Vor dem Umbau zum Jagdschloss war das Gebäude im Besitz der Benediktiner und Zisterzienser. Nach der Tragödie von Mayerling ließ es Kaiser Franz Joseph zu einem Karmeliterinnenkloster umbauen, das noch heute besteht.
Die Herrschaft gelangt in den Besitz der Familie Fries und damit beginnt der Aufstieg von Vöslau. Johann von Fries (1719-1785) war einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der österreichischen Hochfinanz und gründete den weltweiten Handel mit dem Maria-Theresien-Taler. Josef II. verlieh im 1783 die Reichsgrafenwürde. Er ließ das Vöslauer Schloss durch Ferdinand Hohenberg von Hetzendorf, den Hofarchitekten und Schöpfer der Gloriette und des Schlosstheaters in Schönbrunn sowie des Friesischen Stadtpalais auf dem Wiener Josefs-Platz (Palais Pallavicini) in seine noch jetzt bestehende Gestalt umbauen.
Mit Hohenberg kam auch der Bildhauer Franz Zauner nach Vöslau, von dem die Putten am Portal des Schlossparkes sowie im Stiegenhaus des Schlosses stammen. Die Architektur des Schlosses mit den Plastiken bilden ein für Österreich seltenes Ensemble frühklassizistischer Kunst.
Der Harzberg (487 m) ist ein Hochplateau, auf dem die „Kaiser Franz Josefs-Jubliäumswarte“ (Harzbergturm) im Jahre 1898 anläßlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josef I errichtet wurde. Die herrliche Aussicht auf das Wiener Becken, das Leithagebirge und den Schneeberg sollten Sie sich nicht entgehen lassen.
Die Burg Merkenstein war eine der bedeutensten Festungsanlagen entlang der Thermenlinie. Sie wurde 1683 von türkischen Streifscharen erobert und zerstört.
Das fast 1.000 jährige Wasserschloss von Kottingbrunn wurde mehrmals zerstört und danach immer wieder verstärkt. Letztlich wurde es in ein Jagdschloss umgebaut. 1991 wurde das Schloss von der Marktgemeinde Kottingbrunn gekauft und renoviert. Heute befinden sich darin das Gemeindeamt, das Schlossmuseum und weitere Unternehmen. In Nebengebäuden des Schlosses hat seit 1997 die sehr aktive Kulturszene Kottingbrunn ihre Heimstatt gefunden. Diese Aufführungen, die seit der Aufführungsserie 2006 (Faust I) in einem neu gestalteten Veranstaltungsgebäude stattfinden, haben in der gesamten Thermenregion und darüber hinaus Aufmerksamkeit erweckt.
Die Vöslauer Rotweinkultur gelangte bereits im vorigen Jahrhundert zu Weltruf. Die erste österreichische Sektkellerei (Schlumberger) nahm hier ihren Ausgang. Die Kur- und Weinstadt Bad Vöslau liegt im Weinbaugebiet „Thermenregion“. An der Grenze zwischen pannonischem und illyrischem Klimagebiet befindet sich das mehr als 2 Jahrtausende alte Kulturland. Die Böden sind wie geschaffen für den Weinbau und die Lebensgrundlage für unsere Rebsorten, die geringe Erträge von höchster Qualität erbringen. Die Vöslauer Weingärten geben für die ca. 90 Hauerfamilien einen durchschnittlichen Jahresertrag von etwa einer Million Liter Wein. Dieser wird zu rund 70% im Buschenschank und Flaschenweinverkauf vermarktet. 30% der Ernte werden als Trauben verkauft.
Das kleine Heurigen-Wörterbuch:
- ausg‘steckt is‘: Der Winzer beginnt mi dem Ausschank seines Weines. Das Zeichen ist, dass er den „Zeiger“ (Föhrenbuschen, Reisigkranz) - an einer Stange befestigt - hinaushängt. Ein weißes Bändchen bedeutet Weißwein, ein rotes Rotwein.
- G‘spritzter: Wein 1:1 mit Soda- oder Mineralwasser gemischt
- Heurige: Wein aus der letzten Lese (Ernte), zeitlich begrenzter Weinausschank eines Winzers in seinem Haus, meist 14 Tage
- Johannessegen: Ein leider schon fast vergessener Brauch, dem ersten und dem letzten Heurigengast ein Glas Wein kostenlos zu kredenzen
- Staubiger: Nicht filtrierter Wein (trüb)
- Most: Traubensaft
- Sturm: Wenn süßer Most zu gären beginnt, entsteht Sturm













