Das Fichtelgebirge gehört zu den Mittelgebirgen Deutschlands und liegt im Nordosten Bayerns. Es gliedert sich morphologisch in einen aus mehreren Gebirgszügen zusammengesetzten, hufeisenförmig gelagerten Gebirgsstock. Man spricht daher auch vom Fichtelgebirgs-Hufeisen. Im wesentlichen sind zu nennen
- das hohe Fichtelgebirge mit Schneeberg, Ochsenkopf und Kösseinestock
- der nördliche Gebirgszug mit Waldstein, Epprechtstein und Kornberg
- die innere Fichtelgebirgs-Hochebene
Im Nordosten des Fichtelgebirges schließt sich das Erzgebirge, im Südosten der Oberpfälzer-, Böhmer- und Bayerische Wald an. Nordwestlich lassen sich der Frankenwald und Thüringer Wald geologisch klar abgrenzen. Im Südwesten schließt sich das morphologisch völlig andere Fränkische Bruchschollenland an.
Es ist ein „Granitgebirge“ mit Höhen über 1.000 m, von einem Mantel älterer kristalliner Schiefer umgeben und durchsetzt, im Süden von Vulkansystemen verschiedener Perioden mannigfach durchbrochen. Der Gesteins- und Mineraliensammler findet hier auf engstem Raum vielfältige Zeugnisse der Erdgeschichte. „Nabel Deutschlands“ oder „Herzbrunnen Europas“ nannte man in früherer Zeit das Fichtelgebirge, denn hier entspringen vier bedeutende Flüsse, die in vier Himmelsrichtungen abfließen: Weißer Main, Sächsische Saale, Eger und Fichtelnaab. Zahlreiche Moore und Sümpfe, die unter Naturschutz stehen, sind wertvolle Wassersammler. Über das Mittelgebirge verläuft die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer.
Mit seinen ausgedehnten Fichtenwäldern, seinen Granit-Bergen mit Blockmeeren und Felstürmen sowie mit hervorragenden Rund- und Fernsichten ist das Fichtelgebirge ein ideales Urlaubs- und Erholungsgebiet. 3.200 km markierte Wanderwege führen zu den Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten der Region.
Das Markgräfliche Opernhaus, eines der schönsten Barocktheater Europas, zeugt noch heute vom Leben und Wirken sowie den künstlerischen Neigungen der Markgräfin Wilhelmine. Die preußische Prinzessin und Lieblingsschwester Friedrichs des Großen, eine der bedeutendsten Frauengestalten im Deutschland des 18. Jahrhunderts, machte aus der Residenzstadt Bayreuth eine strahlende Kulturmetropole. Ihr Lieblingsprojekt und zugleich prächtigster Spielort war das Markgräfliche Opernhaus.
Nach nur vier Jahren Bauzeit wurde es 1748 fertig gestellt - außen von Joseph Saint-Pierre, innen von Giuseppe und Carlo Galli-Bibiena gestaltet, war es zu seiner Zeit in Größe und Prachtfülle nur vergleichbar mit Häusern in Wien, Dresden, Paris oder Venedig.
Die Eremitage, eine historische Parkanlage vor den Toren der Stadt, war ein Refugium für höfisches Leben. Sie beherbergt unter anderem das Alte Schloss mit Innerer Grotte, das 1715 als Mittelpunkt einer Einsiedelei von Markgraf Georg Wilhelm errichtet wurde. Ab 1735 erweiterte Markgräfin Wilhelmine den Bau zu einem Sommerschlösschen mit prunkvoller Innenausstattung. Hervorzuheben sind das Japanische Kabinett, das Musikzimmer und das Chinesische Spiegelscherbenkabinett, in dem Wilhelmine ihre Memoiren schrieb.
Ebenfalls zur Eremitage gehören die malerischen Wasserspiele und eine märchenhafte Orangerie mit dem zentralen Sonnentempel, der von Apoll, dem Gott der Musen, bekrönt ist.
Alljährlich im Sommer wird die Eremitage zum Schauplatz des Bayreuther Sommernachtsfestes, eines der schönsten und romantischsten Feste Frankens.
Es sind Theaterfestspiele im ältesten Freilichttheater Deutschlands. Sie finden alljährlich mit professionellen Schauspielern, vor der Felsenkulisse des größten Felsenlabyrinths Europas nahe der Stadt Wunsiedel im Fichtelgebirge, statt.
Nach der Überlieferung von 1665 feierten die Wunsiedler Lateinschüler ihr Sommerfest, das Margarethenfest oder Beersingen vor dem Felsenlabyrinth, wo auf einer großen Felsplatte selbst verfasste Stücke aufgeführt wurden. Im Anschluss daran gab es „allerlei Spiel und zulässige Kurzweil“. Der Höhepunkt der Schüleraufführungen lag um 1760, wobei Szenen des Alltags oft derb und deutlich dargeboten wurden und „das Vehikel allgemeinen Jubels waren“. 1771 schaffte sie die Schulleitung ab. Zwischen 1790 und 1805 führten dann Wunsiedler Honoratioren Singspiele und Operetten auf, wobei es nun standesbewusster zuging. 1804 wurde das heutige Festspielgelände geschaffen. Wegen der guten Akustik fanden auch fast jedes Jahr Sängerfeste und andere Vereinsfeste statt. 1805 erhielt die Spielstätte zu Ehren der preußischen Königin Luise ihren heutigen Namen. Zum 100-jährigen Jubiläum der Erschließung der Luisenburg verfasste Reallehrer Ludwig Hacker aus Wunsiedel das Festspiel „Die Losburg“, das am 20. Juli 1890 zur Aufführung gelangte und Bilder aus der Geschichte und Sage des Berges zum Inhalt hatte. Mit Unterbrechungen wurde das Heimatfestspiel in den nachfolgenden Jahrzehnten wiederholt, wobei Wunsiedler Bürger und Schüler als Schauspieler agierten. 1914 inszenierte man erstmals klassische Stücke mit Berufsschauspielern. Seitdem haben fast sieben Millionen Zuschauer die über 6500 Vorstellungen besucht.
Was 1835 zwischen Nürnberg und Fürth mit dem „Adler“ seinen Anfang nahm, endete 142 Jahre später: Im Oktober 1977 wurden die letzten Dampflokomotiven auf‘s Abstellgleis geschoben. Das Zeitalter der „Schwarzen Giganten der Schiene“ ging bei der Deutschen Bundesbahn zu Ende.
Der Abschied von den alten Dampfrössern war zugleich die Geburtsstunde des Deutschen Dampflokomotiv-Museums in Neuenmarkt. Hier, am Fuße von Europas erster Eisenbahnsteilstrecke, der „Schiefen Ebene“, entstand das größte und bedeutendste Spezialmuseum seiner Art in Deutschland.
Kernstück dieser Einrichtung ist ein 15-ständiger Lokschuppen mit dazugehöriger Segmentdrehscheibe des 1975 aufgelösten Bahn-Betriebswerkes Neuenmarkt-Wirsberg. Mehr als 30 Dampflokomotiven werden im Museum der Nachwelt erhalten. Bayerische, preußische und sächsische Loktypen, ebenso wie Reichsbahn- und Bundesbahn-Baureihen älterer und neuerer Zeit, eine Dampfspeicherlok, diverse Feldbahn-, Dampf- und Industrieloks, vermitteln einen eindrucksvollen Einblick in die deutsche Eisenbahngeschichte.
Neben den einstigen „fauchenden Ungeheuern“ gibt es aber auch eine Rauchkammer, Radsatz und Zylinderblock der 18 610, einen aufgeschnittenen Kessel der preußischen G 8 sowie Dampf-, Wasser- und Kohlekräne zu bewundern. In der begehbaren Achssenke im Lokschuppen bietet sich die Möglichkeit, eine Dampflok von unten zu betrachten. Auch den Führerstand einer Dampflokomotive kann der Eisenbahnfreund aus der Nähe erkunden. Schautafeln mit Erläuterungen und anderes mehr befriedigen den Wissensdurst der Besucher.












